Pudels Kern konservativer Weltsicht

Leuz wundern sich, was mit den Konservativen nicht stimmt. Kenne leider immer noch nix auf Deutsch, was Genese und Fundament konservativer Überzeugung so gut zusammenfasst, wie diese Ergänzung von Innuendo Studios zu seiner Alt-Right-Playbook-Serie.

Hier ein paar Eckpunkte, welche Überzeugungen und Motive sich hinter typischen Absichtserklärungen von Konservativen verstecken:

Wir stehen für eine verantwortungsvolle Finanz- und Fiskalpolitik. — Gemeint ist: Wir wollen gesellschaftliche Hierarchien bewahren.


Wir wollen Eingriffe des Staates auf die Wirtschaft und die Freiheit der Bürger zügeln. — Gemeint ist: Menschen sind grundsätzlich ungleich und wir vertrauen z.B. lieber auf die ordnende unsichtbare Hand des Marktes oder die Fügungen des Schicksals (GOtt oder sozialdarwinistisches Naturverständnis).


• Wir treten ein für die Rechte des Einzelnen. — Gemeint ist: Wer Macht hat, überlegen ist, mehr Zwang ausüben kann, über die wirkmächtigeren Gewaltmittel verfügt, hat das Recht zu bestimmen. Ergo: Kapitalismus gut (Herrschaft der Wenigen), Demokratie schlecht (Herrschaft der Mehrheit).

Konservative glauben, nur Krieg (Kampf aller gegen alle) ist gutes Mittel, um zu erkennen, wer von GOtt (oder blindem Walten der Natur) bestimmt ist zu herrschen. Zur Not tut’s auch die Konkurrenz des Kapitalismus. Im Grunde sind Konservative bis heute verkappte Monarchie- & Aristokratie-Fans.

Konservative in ihrem Glauben an grundsätzliche Ungleichheit der Menschen verehren also das Heroische der (männlichen) Weltbeweger und neigen zum Vulgär-Prometheanismus. Sich Führung großer Macher zu fügen ist für sie eine Tugend (Demut).

Daher ihre fundamentale Skepsis und Ablehnung aller Ansätze beispielsweise zu gerechter Gleichheit, Transparenz und Nachvollziehbarbeit, sowie ihr strenges Festhalten an strikter Trennung von Machtsphäre (befehlende Mindertheit hinterm Vorhang) und Bevölkerung (befehlsempfangende Mehrheit im Gehege).

Obwohl es große Überlappung zwischen Konservativen und Autoritären gibt, lohnt es sich die beiden Begriffe zu unterscheiden. Für Konservative begründet Macht, Fähigkeit sich mit Zwang und Gewalt durchzusetzten an sich schon Autorität. Natürlich können auch Progressive — beim realpolitischen Ringen um Macht — in autoritäre, anti-demokratische Praxis abgleiten, um den Preis, die eigenen Grundsätze zu verraten.

Umgekehrt fällt es Konservativen schwer, auf dem demokratischen Marktplatz der Ideen offen und ehrlich zu kommunizieren, was die Gründe für ihr handeln sind, weil sie grundsätzlich nicht an Demokratie glauben. Sie müssen sich die meiste Zeit nach Außen verstellen.

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